Sprachförderung in der Schule
Für die vorschulische Sprachförderung und die Sprachförderung in der Schule wird uns von der Landesschulbehörde ein Stundenbudget zur Verfügung gestellt. Diese Stunden sind nach dem jeweils aktuellen Bedarf aufzuteilen.

Sprachfördermaßnahmen vor der Einschulung
1. Didaktisch-methodische Empfehlungen

Für das Verstehen und Gestalten unserer Welt sowie die Teilnahme am späteren gesellschaftlichen Leben ist die Beherrschung der deutschen Sprache unerlässlich. Unbestritten ist auch, dass Sprache in allen Fächern der Schule Medium des Lernens ist. Für den schulischen Erfolg ist Sprache daher unerlässlich.

Kinder, die Wünsche, Erlebnisse, Gedanken, Ziele und Meinungen sprachlich formulieren können, sind zudem in der Lage, selbstständig zu handeln und werden besser integriert und akzeptiert.

Alle Experten weisen darauf hin, dass die Zeit vor der Einschulung die günstigste für das Erlernen bzw. Vervollkommnen der deutschen Sprache ist. Außerdem erhöht sich durch die Wahl dieses Zeitpunktes die Chancengleichheit aller Kinder bei Schulbeginn. Mit Beginn des Schuljahres 2003/04 wurde in Niedersachsen flächendeckend die vorschulische Sprachförderung eingeführt.

Die Grundschule Fürstenau bietet daher sowohl im evangelischen als auch im katholischen Kindergarten Sprachförderung für Vorschulkinder an. Die Sprachfördermaßnahmen richten sich an Kinder, die über keine oder sehr unzureichende Deutschkenntnisse verfügen. Dies betrifft vor allem Kinder, deren Erst- bzw. Familiensprache nicht Deutsch ist.

2. Vorgehensweise und Inhalte der vorschulischen Sprachförderung

Um möglichst individuell an den Sprachstand des Kindes anknüpfen zu können, muss zunächst der Sprachstand jedes einzelnen Kindes ermittelt werden. Dieses geschieht ca. 15 Monate vor der Einschulung durch ein Sprachfeststellungsverfahren. In diesem werden die Sprachbiografie, die Kommunikationsbereitschaft bzw. Sprachfähigkeit, der passive und aktive Wortschatz, das Aufgabenverständnis und das Ausführen von sprachlichen Handlungsanweisungen sowie der Satzbau bzw. grammatikalische Fähigkeiten untersucht. Bei benötigter Sprachförderung werden die Eltern der betroffenen Kinder schriftlich informiert.

Entsprechend der Anzahl der Kinder, die an der Sprachförderung teilnehmen, geht die Lehrkraft der Grundschule mit einer Wochenstunde pro Kind in den Kindergarten.Die Organisation der Sprachförderung wird mit der Kindergartenleitung abgesprochen. Es folgt eine Gruppeneinteilung der Kinder, wobei Freundschaften berücksichtigt werden.
Danach werden mit Hilfe verschiedenster Unterrichtsmaterialien, wie Bildern,
Geschichten, Liedern, Reimen, Bildkarten, Bildergeschichten, Spielen und Arbeitsblättern Themen aus der Lebenswirklichkeit der Kinder sprachlich aufgearbeitet bzw. gefördert.

Folgende Themen sind vorgesehen:

Das bin ichMein Körper, meine Sinne/GesundheitMein TagFreizeit und AktivitätenObst/Gemüse/ErnährungKleidungMeine FamilieGefühleJahreszeitenTiere
Parallel zur Sprachförderung werden 3x im Jahr Beobachtungsbögen ausgefüllt, die die Sprachentwicklung der Kinder aufzeigen. Außerdem werden Gespräche mit den Erzieherinnen über den Werdegang der Kinder geführt. Die Beobachtungsbögen werden an den zukünftigen Klassenlehrer unserer Schule weitergeleitet, so dass dieser das Kind in seinem Unterricht weiterhin individuell fördern kann und die Kinder gegebenenfalls an der schulischen Sprachförderung teilnehmen können.

So kooperieren Kindergarten und Schule wieder miteinander.



Sprachförderung in der Schule
Die Sprachförderung an unserer Schule ist in verschiedenen Bereichen verankert:

Integrative SprachförderungAdditive SprachförderungSprachförderung im Hausaufgabenband/GanztagBuddy – LeseprojektIntegrative Sprachförderung
Sprachförderung ist nicht allein die Aufgabe der Sprachförderkraft, sondern ist eine Aufgabe aller Lehrkräfte und pädagogischen Mitarbeiterinnen. Die Förderung wird in den schulischen Alltag integriert und durchzieht alle Fächer. Das ist ein grundlegendes Prinzip vor allem hinsichtlich inklusiv beschulter Kinder. Die Alltagssituation, die einen authentischen Handlungsrahmen bildet, kann für sprachförderliches Handeln genutzt werden. Das Beachten von Sprachfördertechniken (s. Anlage) hat einen positiven Einfluss auf die Sprechentwicklung des Kindes.


Additive Sprachförderung

Kinder mit Migrationshintergrund, die neu an unsere Schule kommen und über keine deutschen Sprachkenntnisse verfügen, werden in gesonderten Stunden unterrichtet. Diese Stunden werden organisatorisch so gelegt, dass die reguläre Unterrichtszeit nicht davon beschnitten wird ( z.B. muslimische Kinder, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen dürfen).
Dieser Sprachförderunterricht dient in erster Linie dem Aufbau eines Wortschatzes, um schnelle Kommunikation der Kinder zu ermöglichen. Verwendet werden die DAZ –Materialien mit folgenden Schwerpunkten:

Lernfeld 1 „Ich und du“
Lernfeld 2 „Lernen“
Lernfeld 3 „Sich orientieren“
Lernfeld 4: „Miteinander leben“
Lernfeld 5: „Was mir wichtig ist“
Lernfeld 6: „Sich wohl fühlen“

Sprachförderung im Hausaufgabenband/Ganztag
Der Ganztag beginnt an unserer Schule in der 6. Stunde mit der individuellen Lernzeit (ILZ). In diesem Zeitfenster finden betreute Hausaufgaben (ILZ/HA) als auch Förderunterricht (ILZ/FÖ ) statt. Die Kinder, die daran teilnehmen, melden sich für diese Stunde mit dem Formular „Ganztag“ an.

Die individuelle Lernzeit ist folgendermaßen organisiert:

Die individuelle ILZ/HA wird durch pädagogische Mitarbeiterinnen betreut. In jedem Jahrgang gibt es parallel zur ILZ/HA eine ILZ/FÖ für Kinder mit Sprachförderbedarf, die durch eine Lehrkraft erteilt wird. Im Jahrgang sind den Lehrkräften alle Kinder mit ihren Stärken und Schwächen vertraut. Zudem werden im Jahrgangsteam enge Absprachen bezüglich Förderung schwacher Kinder mit entsprechenden Differenzierungsmaßnahmen getroffen. Kinder mit Förderbedarf erhalten in der ILZ/FÖ intensive Begleitung durch eine Lehrkraft bei der Erledigung der individuellen Aufgaben. Das Prinzip der integrativen Sprachförderung ist Grundlage dieser Förderstunden.
Der Einsatz der Lehrkräfte ist abhängig von der Zuweisung der Lehrerstunden durch die Landesschulbehörde

Buddy – Leseförderungsprojekt
Die Schülerinnen des 3. und 4. Schuljahres unterstützen Kinder des 1. und 2. Schuljahres im Lesen. Morgens um 7.30 Uhr treffen sich die Lesepaten mit ihren Patenkindern, um kleine Abschnitte aus Büchern zu lesen, bzw. vorzulesen. Dadurch erfahren Kinder mit Sprachförderbedarf regelmäßig sprachliche Anregung durch Kinder und erweitern ihre Sprachkompetenzen. Das Miteinander – Sprechen in Zweiersituationen fördert kommunikative Kompetenzen, die im menschlichen Alltag eine zentrale Bedeutung einnehmen.